Mazedonien Politik

Mazedonien erwartet 2019 Beginn von EU-Beitrittsgesprächen

Mazedoniens Außenminister Nikola Dimitrov rechnet damit, dass die EU Ende des kommenden Jahres Beitrittsgespräche mit seinem Land aufnimmt. „Angesichts unserer Leistungen wollen wir es den EU-Mitgliedstaaten so gut wie unmöglich machen, keinen Konsens über den Beginn der Beitrittsgespräche zu erreichen“, sagte Dimitrov dem Tagesspiegel. Allerdings sei für Mazedonien der Prozess des EU-Beitritts „wichtiger als der Fahrplan“, fügte er hinzu. „Unser oberstes Ziel besteht nicht im EU-Beitritt um seiner selbst willen, sondern wir wollen den Beitrittsprozess nutzen, um europäisch zu werden“, sagte Dimitrov.

Die EU-Mitgliedstaaten wollen im kommenden Juni entscheiden, ob Beitrittsgespräche mit Mazedonien und Albanien eröffnet werden. Die EU-Kommission setzt sich dafür ein, den Westlichen Balkan weiter zu stabilisieren und einer zunehmenden Einflussnahme Russlands, der Türkei und Chinas in der Region entgegenzuwirken. Mit Serbien und Montenegro führt die EU bereits seit Beginn des Jahrzehnts Beitrittsverhandlungen.

Dimitrov, der heute in Berlin mit Bundesaußenminister Heiko Maas zu einem Arbeitsfrühstück zusammentraf, verwies im Gespräch mit dem Tagesspiegel auf die Erfolge im jahrzehntelangen Namensstreit mit Griechenland, der bislang einen Beitritt seines Landes zur EU und zur Nato blockiert hat. Griechenland verlangt eine Umbenennung Mazedoniens, weil Athen ansonsten Gebietsansprüche des Nachbarstaats auf die nordgriechische Provinz Makedonien befürchtet.

Heiko Maas würdigte nach dem Treffen mit seinem mazedonischen Amtskollegen die Fortschritte des Balkanlandes. „Die mazedonische Regierung hat sich ins Zeug gelegt, um den Namensstreit mit Griechenland beizulegen“, sagte Maas dem Tagesspiegel. „Das historische Abkommen umzusetzen ist ein Kraftakt, bei dem Skopje echte Fortschritte erzielt hat“, sagte er weiter. Er habe Dimitrov darin ermutigt, diesen Weg ebenso entschlossen wie umsichtig weiterzugehen. Wenn die Namensfrage gelöst werde, falle ein entscheidendes Hindernis für die weitere EU- und Nato-Annäherung, so Maas. „Das ist eine historische Chance, die das Land jetzt nutzen muss.

AS