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3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit

In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wird am 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit begangen. Das ist historisch-politisch der wichtigste Feiertag Deutschlands. Denn durch ihn wird an das Wiedervereintsein der einst getrennten beiden deutschen Staaten erinnert. Die Vereinigung war allerdings nicht nur bedeutsam für die Geschichte Deutschlands, sondern sie wurde auch zum Symbol für das Ende des Kalten Krieges und für das Zusammenwachsen der europäischen Staatengemeinschaft.

Wofür der Tag der Deutschen Einheit steht

Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür, dass aus den zwei deutschen Staaten erneut einer wurde, schuf die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 23. August 1990: Sie beschloss zum 3. Oktober des gleichen Jahres, dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beizutreten. Die Wiedervereinigung wurde dann tatsächlich am 3. Oktober 1990 formal abgeschlossen: Das war der Tag, an dem die DDR offiziell der BRD beigetreten ist.

Somit war nach 45 Jahren Trennung die staatliche Einheit Deutschlands rückgängig gemacht worden. Im Zuge dessen wurden Ostberlin und Westberlin wiedervereint: Berlin galt nicht mehr als Besatzungszone und ist seit dem ersten Tag der Deutschen Einheit die Hauptstadt der BRD und eins der aktuell 16 Bundesländer. Die fünf anderen neuen Bundesländer sind – von Nord nach Süd – Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Am 20. Juni 1991 wurde festgelegt, dass Berlin in Zukunft der Sitz von Bundesregierung und Bundestag sein soll.

Alter Tag der Deutschen Einheit war im Juni

Der Tag der Deutschen Einheit als wichtigster Staatsfeiertag löste in Hinsicht auf das Gebiet des ehemaligen Ostdeutschlands plus Ostberlin den 7. Oktober ab, der als Tag der Republik bezeichnet wurde. In Hinsicht auf das Gebiet des ehemaligen Westdeutschland plus Westberlin wechselte das Datum: Seit 1954 wurde am 17. Juni der „Tag der deutschen Einheit“ begangen, und zwar zum Gedenken an den Volksaufstand in der DDR, der sich am 17. Juni 1953 ereignete.

Der Tag der deutschen Einheit wurde anders als heute mit kleinem „d“ geschrieben. Dieser Feiertag wurde 1963 durch den damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke zum „Nationalen Gedenktag des deutschen Volkes“ ernannt. Das ist der Grund dafür, dass es im Jahr 1990 einen Tag der deutschen Einheit und – nach der von Ende September bis Anfang Oktober sich erstreckenden Wiedervereinigung – einen Tag der Deutschen Einheit gab.

Verlegung des Tags der Deutschen Einheit

Zu Beginn des November 2004 wurde bekannt, dass die Bundesregierung die Absicht hege, den Tag der Deutschen Einheit in Zukunft immer am ersten Sonntag im Oktober zu begehen. Wieso? Weil dadurch rund 500 Millionen Euro mehr Steuern eingenommen werden würden – das drohende Defizit im Staatshaushalt für 2005 sollte damit verringert werden.

Doch die Idee, den Tag der Deutschen Einheit zu verlegen, wurde generell wenig unterstützt. Der damals amtierende Bundespräsident Horst Köhler widersprach ihr in einem in der „Frankfurter Allgemeinen“ veröffentlichten Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Jener erklärte daraufhin am 5. November 2004 offiziell, dass der Plan, den Nationalfeiertag immer an einem Sonntag zu feiern, nicht weiterverfolgt werde.

AS